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Zuletzt aktualisiert: 16.12.2011 um 05:03 UhrKommentare

Mobbingfall: Bub verließ die Schule

Weil ein Zwölfjähriger laut seinen Eltern seit über einem Jahr von einem Mitschüler verprügelt wird, verlässt er jetzt die Schule. Schulpsychologe und Schulinspektor sehen Tatbestand anders.

Foto © Fotolia

Anfang dieser Woche wurden an einer Kärntner Schule Vorwürfe von Gewalt gegen einen Schüler laut. Seit mehr als einem Jahr soll ein Zwölfjähriger von seinem Klassenkameraden verprügelt und gemobbt werden. "Mein Sohn kam immer wieder mit blauen Flecken nach Hause, auch Morddrohungen sind gefallen. Er hat solche Angst, dass er nicht mehr in die Schule gehen wollte", schildert die betroffene Mutter.

Schwere Vorwürfe erhebt die Mutter des Burschen auch gegen die Schulleitung und die Lehrerschaft. "Niemand sieht und hört etwas. Wir werden als Lügner dargestellt", sagt die Mutter. In einer vom zuständigen Jugendamt für vergangenen Mittwoch anberaumten Helferkonferenz versuchten Vertreter der Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes Kärnten, der verantwortliche Bezirksschulinspektor, ein Schulpsychologe, der Direktor, Lehrer und die Eltern, den lang anhaltenden Konflikt zu entschärfen.

Schwere Vorwürfe

Für den Schulpsychologen stellt sich der Mobbing-Fall nämlich anders dar: "Der Junge wird von der elterlichen Seite als Opfer dargestellt. Diese erheben teils sogar schwere und absurde Vorwürfe gegen die Schule und die Behörden", befindet der Experte. Von den Lehrern hätte niemand Gewaltdelikte gegen das mutmaßliche Opfer beobachtet. Und so gestaltete sich auch die Mediation entsprechend schwierig. "Die Situation war für alle Beteiligten mehr als nur belastend. Gemeinsam mit allen Beratern wurde aber versucht, eine Lösung zu finden", sagt der zuständige Bezirksschulinspektor zur Kleinen Zeitung.

Und die sieht einen Schulwechsel des Opfers vor. "Es war im Prinzip der einhellige Tenor der Helferkonferenz, dass es einfach zu einer Veränderung kommen muss. Das betroffene Kind wird die Schule wechseln, dafür werden jetzt die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet", erklärt der Bezirksschulinspektor. "Das Ganze ist eine äußerst sensible Geschichte und man ist bemüht, die Situation im Sinne des Kindes positiv zu gestalten und auch zu lösen", fügt der Schulpsychologe hinzu.

Der Direktor der Schule will sich zu diesem Fall nicht äußern. "Die Sache ist vertraulich", sagt er auf die Anfrage der Kleinen Zeitung hin. Die Eltern des beschuldigten Kindes, des mutmaßlichen Täters, waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

DANIELA VALLANT

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